Häufig gestellte Fragen zu PÖl in Fahrzeugen

Läuft mein Benziner auch mit Pflanzenöl?

Auf keinen Fall! Pflanzenöl kann nur in Dieselmotoren eingesetzt werden. Für Ottomotoren wird der Umrüster RMG ab Mitte 2006 einen Umbau auf Bioethanol anbieten. Manche Pkw-Hersteller wie z.B. Ford haben bereits einige Modelle für Bioethanol freigegeben.

Mein Fahrzeug ist für Biodiesel freigegeben - dann läuft er doch auch mit Pflanzenöl, oder?

Leider nicht. Sie sollten auch beim Biodiesel am besten eine Pflanzenölumrüstung verwenden. Die Beständigkeit bezieht sich in der Regel auf die verwendeten Dichtungsmaterialien und Schlauchleitungen. Reines Pflanzenöl verursacht andere Probleme die durch die Freigabe für Bodiesel nicht behoben werden.

Kann ich Diesel und Pflanzenöl mischen?

Ja, Diesel und Pflanzenöl mischen sich. Es gibt Pflanzenöle bei denen die Mischung sich ohne Bewegung wieder aufhebt. Diese Eigenschaft wurde bei kaltgepresstem Pflanzenöl bemerkt. Man sollte immer zuerst Diesel, dann Pflanzenöl tanken. Diesel ist leichter als Pflanzenöl. Auch Benzin führt zu einer Verdünnung des Pflanzenöls.

Macht Pflanzenöl die Einspritzpumpe kaputt?

Nein. Pflanzenöl enthält ebenfalls Fettsäuren wie der Biodiesel. Diese sind jedoch molekular gebunden und daher nicht agressiv. Sofern die Einspritzpumpen bereits einen Vorschaden aufweisen, wird die höhere Viskosität des Pflanzenöls wahrscheinlich schneller zu einem Ausfall führen der aber ohnehin eintritt. Eine Vorwärmung des Pflanzenöls schont die Einspritzpumpe, da das Pflanzenöl dünnflüssiger wird.

Wie verhalten sich die Einspritzdüsen mit Pflanzenöl?

Die Einspritzdüsen sind für eine saubere Zerstäubung und vollständige Verbrennung des Pflanzenöls wichtig. Durch schlechtes Pflanzenöl können beschleunigt Verkokungen an den Düsen entstehen die das Spritzbild deutlich verschlechtern. Bei Common Rail Motoren scheinen die Injektoren empfindlicher zu sein als bei anderen Dieselmodellen - wir raten daher alle 15.000km mittels Additiv über den Kraftstoff eine Reinigung der Düsen. Bei den neuen Dieselkraftstoffen der Mineralölkonzerne sind solche Mittel bereits erhalten, die im freien Zubehör jedoch deutlich günstiger sind. Verschlissene oder defekte Einspritzdüsen machen sorgen für schlechte Zerstäubung und daher für unvollständige Verbrennung.

Verkokt der Motor mit Pflanzenöl nicht schneller als mit Diesel?

Nein, nicht wenn Sie die Spielregeln beachten. Die Düsen sollten bei hohem Alter (ab 250.000 km) ausgetauscht oder aber zumindest regelmäßig gereinigt werden. Sie sollten nur Pflanzenöl der höchsten Qualität verwenden. Eine Vorwärmung des Pflanzenöls auf ca. 70 °C ist in jedem Falle sinnvoll, siehe oben (Einspritzdüsen).

Kann ich Pflanzenöl auch mit meinem neuen CDI / TDI fahren?

Ja, das geht schon. Diese Motoren sind aber insgesamt etwas empfindlicher als die alten Motoren. Schon jetzt aber steht fest: im Mischbetrieb und mit Wärmetauscher sind Sie sehr gut geeignet. Informieren Sie sich über den Einsatz von Zweitanksystemen für CDI. Vermutlich wird es in Zukunft zu einer Kombination von Motormanagementmodifikation und Aufrüstung kommen - vielleicht auch im Eintanksystem!

Brauche ich im Sommer eine Umrüstung?

Auch wenn es schön wäre, so einfach ist das leider nicht. Im Sommer ist zwar das Startverhalten besser als im Winter, aber die typischen Probleme tauchen dennoch auf. Grund ist die Verbrennung, die sich bei ca. 350 °C abspielt. Da macht die Differenz Sommer-Winter nicht viel aus. Wie gesagt, leider!
Jedoch kann man auch ohne eine Umrüstung im Sommer zwischen 15 und 30% Pflanzenöl zum herkömmlichen Diesel beimischen. Allerdings erfordert das Mut, Motorenkenntnis und viel Beobachtung des Motorverhaltens. Wer die Beimischung übertreibt, riskiert einen Motor- oder Einspritzpumpenschaden.

 

Wie sind die Schmiereigenschaften von Pflanzenöl?

Pflanzenöl hat deutlich bessere Schmiereigenschaften als Diesel obwohl kein Schwefel im Pflanzenöl enthalten ist. Es gibt sogar Motoröle auf Pflanzenölbasis.

 

Schadet Pflanzenöl dem Katalysator?

Schäden an der Abgasanlage sind im Zusammenhang mit Pflanzenöl nur dann bekannt, wenn der Motor aufgrund technischer Defekte oder falscher Einstellung nicht sauber verbrennt. Spezifische Probleme mit dem Katalysator sind nicht bekannt - im Gegenteil: Pflanzenöl enthält keinen Schwefel, was sich für die Lebensdauer des Katalysators positiv auswirken kann.

 

Ändert sich die Kfz-Steuer beim Umbau auf Pflanzenöl?

Obwohl bei der Verwendung von Rapsöl als Treibstoff im Regelfall deutlich weniger Schadstoffe ausgestoßen werden, führt dies nicht zu einer günstigeren Einstufung bei der Kfz-Steuer. Denn auf Rapsöl umgerüstete Dieselfahrzeuge können auch nach dem Umbau weiterhin mit Diesel betankt werden.

 

Können auch Lkw oder Bus - Motoren mit Pflanzenöl betrieben werden?

Ja, gerade Lkw´s und Omnibusse eignen sich sehr für die Umrüstung auf Pflanzenöl. Dies ist im vorhandenen Platzangebot für einen zweiten Kraftstofftank, im Kraftstoffverbrauch der Fahrzeuge und der relativ langen und zusammenhängenden Nutzungszeiten begründet. Durch die Umrüstung eines Lkws oder eines Busses kann z.B. bei einer jährlichen Laufleistung von ca. 120 Tkm bis zu 15.000,00 EUR pro Jahr eingespart werden!

Welches Pflanzenöl kann ich als Kraftstoff nutzen?

Generell kann jedes pflanzliche Öl verwendet werden. Besonders geeignet ist Rapsöl, Jedoch auch Soja-, Sonnenblumen- oder Leindotteröl können als Kraftstoff genutzt werden.

 

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